Pure Dynamics PureGroove Ultimate + Jelco 12" Tonarm

 

Angeboten wird ein neuwertiger PureGroove Plattenspieler vom Österreichischen Hersteller Pure Dynamics.

Installiert ist der ab Werk montierte Jelco 12" Tonarm. 

 

3.460,00 €

  • 35 kg
  • verfügbar
  • 3 - 5 Tage Lieferzeit1

 

Weiterführende Informationen:

 

Exklusiv: Pure Dynamics PureGroove Ultimate im Test

Das große Plattenspielermodell Ultimate, der große Bruder des bereits getesteten PureGroove aus dem Hause Pure Dynamics Ruppert & Partner OEG gibt sich ein Stelldichein und bewirbt sich um einen ausführlichen Test. Was augenscheinlich nach einer einfachen Erhöhung der Masse aussieht, ist dennoch eine andere Welt. Wie sehr man ein Antriebsprinzip ausreizen kann, will uns Georg Ruppert „ultimativ“ demonstrieren.

 

Kurz gesagt...

 

Während der „Kleine“ spritzig und auch brachial zu Werke geht, spielt sich der „Große“ mit viel Finesse, aber auch mit den bereits bekannten Tugenden und Fähigkeiten des kleineren Bruders in die Herzen der Tester. Aber findet der Ultimate auch in die Herzen der Musikliebhaber? Im breit aufgestellten Markt rund um das Thema Vinyl kein leichtes Unterfangen, wie wir meinen.

 

Wir meinen...

 

Ein State-of-the-art-Laufwerk, das sich auch international behaupten kann, im Verbund mit hauseigener Vorstufe schwer zu schlagen

 

Hersteller: Pure Dynamics Ruppert & Partner OEG

Vertrieb: Pure Dynamics Ruppert & Partner OEG

Von J�rgen Weber-Rom (jwr)

22.10.2013

 

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sempre-audio.at Empfehlung der Redaktion

Das feine Laufwerk aus der Feder rund um Mastermind und CEO Georg Ruppert, der kleinen High End Schmiede im schönen Graz, verweilt schon eine geraume Zeit in meinen vier Wänden, und tut das wofür er entwickelt wurde. Er spielt Platten, und erfreut mit fein differenzierter Musik, dynamischer Spielweise und mit viel Klangfarben, aber auch mit einem unerschütterlichen Antritt. Meine Welt ist in Ordnung. Zumindest noch eine zeitlang. Aber es kommt der Tag, an dem Georg Ruppert seinen Plattenspieler abholt, und ich wieder in die Welt der Normalität abtauche und gefrustet mein kostbares Vinyl auflege, oder ab und an mal zur CD greife. Nein, verehrte Leserin und Leser, Sie müssen kein Mitleid mit mir haben, denn das ist das Schicksal eines jeden Redakteurs.

 

Das große Laufwerk PureGroove Ultimate ist wie sein kleiner Bruder aus denselben Werkstoffen aufgebaut, nämlich aus dem oftmals geschmähten aber trotzdem idealen Material MDF, die sogenannte mitteldichte Faserplatte. Sie besteht aus Sägemehl, welches mit einem Kleber zu einer Masse verarbeitet, und darauf folgend zu einer Platte gepresst wird. Dieses Material lässt sich, sofern gewünscht, mit den verschiedensten Eigenschaften herstellen. Man kann zum Beispiel Vorgaben für einen bestimmten Wert für die Innere Dämpfung machen, oder ein bestimmtes Resonanzverhalten bestellen. Mit einem derartigen High-Tech-Material schafft man gute Voraussetzungen für die eigene Konstruktion.

 

Auch die Bearbeitung bereitet wenig Probleme, und lässt sich in guten Tischlereien auch zu sehr komplexen Konstruktionen verarbeiten, so kann es mit feinsten Toleranzen gesägt und 3D gefräst werden. Durch die Formstabilität durch die nahezu fehlende Schwundneigung lässt es sich wunderbar grundieren und lackieren, aber auch mit edelsten Furnieren bekleben. Viele Konstrukteure verwenden das universelle Material in unzähligen Bereichen. Darunter auch viele Konstruktionen, die mit Resonanzen zu kämpfen haben. Selbstverständlich profitieren auch der Gehäuse- und Laufwerks-Bau von der sogenannten inneren Dämpfung des Materiales. Während Metall, Glas und ähnliche Werkstoffe eine hohe Schallgeschwindigkeit aufweisen, wenn Schall auf das Material auftrifft, verhält sich hier MDF deutlich besser. Die Resonanzen breiten sich nicht wesentlich schneller aus als in einem natürlich gewachsenen Holz, und werden zudem auch noch gedämpft.

 

Mit anderen Worten - Resonanzen richten hier wesentlich weniger Schaden an. Auch wenn es uncool erscheinen mag. banales MDF einzusetzen, so hat dieser nahezu perfekte Werkstoff enorm viel Potential und lässt sich kostengünstig in sehr viele Formen bringen. Neben den günstigen akustischen Eigenschaften, ein Produkt soll ja vorhersagbare Parameter erhalten, gilt es auch, ein Preisgefüge zu erreichen, oder eben einzuhalten. Was hier natürlich fehlt, ist die Glitzerwelt der edlen Metalle, die mittels irrwitzigen Prozessen auf Hochglanz gebracht werden.

 

Der PureGroove Ultimate ist wie sein kleiner Bruder aus eben jenem Material gefertigt. Die Laufwerksbasis beherbergt die Motorsteuerung, das Reibrad und dessen mechanischen Aufbau, ein kleines Netzteil sowie die Lagereinheit, und bietet auf einer Art Ausleger ausreichend Platz, um die Tonarmbasis aufzunehmen. Die Tonarmbasis ist ein Stahlrohr mit einer makellos aufgesetzten Fläche für den Tonarm. Die Basis lässt sich für alle gängigen Tonarmlängen einjustieren. Mittels einer großen Schraube lässt sich die Basis für den Tonarm festschrauben, und, so der Fall, lockern, um die Basis zu verdrehen, um für einen längeren Tonarm entsprechende Positionen herzustellen. Lediglich bei Längen über 12 Zoll muss auf eine optional erhältliche externe Beistell-Basis-Lösung zurückgegriffen werden. Die Handhabbarkeit ist sehr einfach, und ermöglicht auch einem technisch weniger versierten Musikliebhaber einen Tonarmwechsel durchzuführen. Lediglich eine gute Tonarm-Tonabnehmerschablone und eine geduldige Hand sind vonnöten, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.

 

Der Ultimate ist im Gegensatz zum kleinen Modell mit einem doppelten Plattenteller aufgebaut. Während das kleine Modell mit zwei Tellerelementen aufgebaut ist, sind es beim Ultimate vier Teller, die zu einem Gewicht von 12 Kilogramm summieren, und zu einer Plattentellergesamthöhe von 16 Zentimeter führen. Im Produktionsverlauf werden jeweils alle Teller für einen Plattenspieler aus der MDF-Rohvorlage gefräst und abgedreht. Nach der perfekten Erstellung der vier Elemente wird in die unterste Platte die Vertiefung für den Laufradteller gefräst und die Aufnahmebohrung für den Lagerspiegeleinsatz eingebracht.

 

Der innere Laufradteller, der aus feingedrehtem und auspoliertem Aluminium besteht, wird mittels Spezialkleber in die eingefräste Vertiefung auf der Unterseite des untersten Plattentellers eingesetzt. Nach dem vollständigen und spielfertigen Zusammenbau der komplexen Plattentellerstruktur wird die Baugruppe auf Gleichlauf und mögliche Unwuchten untersucht. Optisch steht nun ein imposantes Laufwerk vor dem Betrachter, dem man trotz seiner beeindruckenden Physis das hohe Gewicht nicht auf den ersten Blick ansieht. Die vier Plattentellerelemente sind zudem an deren Kontaktstellen mit einem umlaufenden Gummiring zusätzlich bedämpft, während die Holzelemente selbst keine harten Kanten und Ecken aufweisen.

 

Der Grund ist einfach wie auch konsequent. Ähnlich wie Kantenbrechungseffekte und Schallbeugung im Lautsprecherbau bekannt sind, spielen diese physikalischen Verhaltensmuster auch im Modell- und Konstruktionsbau eine zentrale Rolle. Ziel der Aufgabe ist es, die unvermeidbaren Resonanzen, die durch äußere Schalleinwirkungen, aber auch im Material selbst entstehen, zu streuen, zu mindern und damit aus dem direkten akustischen Wirkungsfeld herauszunehmen.

 

Wie auch der kleine PureGroove wird der Ultimate durch einen Schalter, der auf der Vorderseite des Plattenspielers unter dem Typenschild angebracht ist, eingeschaltet. Nach dem Einschalten setzt sich der brachiale Plattenteller in Bewegung. Mit einem kleinen Atemzug länger als beim kleinen PureGroove erreicht der Plattenteller nach ca. einer Umdrehung seine Solldrehzahl. Der Gleichlauf und die perfekte Wuchtung des Plattentellers machen dem Betrachter glauben, dass der Plattenteller still stünde. Souverän drehen sich 12 Kilogramm Holz in einer Höhe von 16 Zentimeter bei einem imposanten Durchmesser von 35 Zentimetern.

 

Der Antriebsmotor des Ultimate ist mit dem Modell aus dem kleineren PureGroove identisch, und zeigt mit dem zusätzlichen Plattentellergewicht des Ultimate auf, wie kraftvoll und universell er agieren kann. Natürlich zeigen sich Performance-Unterschiede zwischen den Hochlaufgeschwindigkeiten der beiden Plattenspielermodelle - wie sollte das auch anders sein, bei gleicher Stromversorgung und Motor-Typ, bei unterschiedlichem Gewicht. Allerdings kommt hier kein Moment der Überbeanspruchung auf, kein Ruckeln, keine Stauchungseffekte in der Gummiauflage am Reibrad, und nach gut 3 Monaten Beherbergung des Laufwerkes inklusive beinahe täglicher Nutzung, auch keine Gummireibspuren am Tellerboden.

 

Das Bauprinzip des PureGroove Ultimate ist wie das des kleinen PureGroove, das eines Masselaufwerkes. Ein Masselaufwerk hat, um es auf den Punkt zu bringen, einen zentralen Vorteil gegenüber allen anderen Bauarten. Die hohe Masse sorgt für einen exzellenten Gleichlauf, welcher sonst nur mittels elektronischer Regelung zu erreichen wäre. Eine elektronische Regelung, welche leider an anderer Stelle wieder Nachteile produziert.

 

Ein wichtiger Umstand ist die Tatsache, dass es ein universelles Allheilmittel grundsätzlich nicht gibt. Dem findigen Konstrukteur bleibt also nur die Möglichkeit, sich für einen Weg zu entscheiden, und das Beste daraus zu machen. Es liegt natürlich nahe, Mischformen zu entwickeln, und auf diesem Wege die positiven Aspekte der unterschiedlichen Welten zu kombinieren, und in Summe über das mögliche Ergebnis hinauszuwachsen. Gut so - allerdings muss man sich auch mit den Nachteilen aus dieser Vereinigung auseinandersetzen.

 

Ein direkt getriebener Plattenteller muss wegen der benötigten Motorkraft relativ leicht sein, sodass der Motor den Plattenteller in einer vertretbaren Zeit hochbeschleunigen kann. Allerdings wirkt sich dann das Motorruckeln entsprechend auf das Wiedergabeergebnis aus. Lösbar, aber es liegen Limits im Weg, die das Erreichen höchster Klangklassen zuverlässig verhindern. Das typische Masselaufwerk, inklusive ausgelagertem Motor und Antriebsgummiriemen, ist in allen seinen Ausprägungen natürlich frei vom Motorruckeln, hat aber prinzipiell immer mit dem Riemenschlupf- und Kraftschlussverlust zu kämpfen. Ein Aspekt, der genauso deutliche Probleme mit sich bringt, wie das hochfrequente Ruckeln der Motorsteuerung eines Direktantriebes.

 

Das Reibrad ist kein klassischer Direktantrieb, denn dieser befindet sich direkt an der Tellerachse, sondern auch nur ein indirekter Kraftvermittler. Der zentrale Vorteil ist aber der Umstand, dass ein Reibrad einen direkten Kraftschluss zum Plattenteller herstellt, und nicht wie beim Riemengummi zusätzlichen Dehnungseffekten unterworfen ist. Die Gummiauflage am Reibrad unterdrückt noch zuverlässig Motorresonanten, hat aber genug Steife, um die Krafteinwirkung direkt ohne große Verluste auf den Plattenteller zu übertragen.

 

Die Abtastung einer Schallplatte ist ein sehr anfälliger Datenauslesevorgang, denn die Bewegungen, die ein derartiges System vollführt, sind deutlich im mikroskopischen Bereich angesiedelt. Hier beginnen natürlich minimalste Kräfte in einem möglichst ausgewogenen Wiedergabesystem zu wirken, die andernorts nicht relevant sind. Unter anderem geht es um den Riemenschlupf. Beim Antrieb eines gewichtigen Plattentellers sind hohe Kraftmomente im Spiel sobald man diesen einschaltet. Ein Riemengummi und ein üblicher Antriebsmotor für ein Masselaufwerk sind nicht dafür ausgelegt, folglich „schubst“ man den Plattenteller an, um so die Anlaufmomente zu erzeugen. Der Motor hat dann die Aufgabe eine konstante Solldrehzahl herzustellen und diese während dem Abspielvorgang zu erhalten. Auf der Seite der entgegenwirkenden Kräfte ist die Abbremswirkung der Abtastung zu vermerken. Ja, richtig. Der Tonabnehmer bremst den Plattenteller. Erinnern Sie sich, wir sprachen von einem fein ausgewogenen Gesamtsystem. Lagertoleranzen, die Viskosität der Lager und Achsenschmierung, die Art des Lagerspiegels, gegen welche die Tellerachse läuft. Scherkräfte, die im Lager aufgebaut werden, wenn der Gummiriemen den Plattenteller zu sich ziehen möchte. Die Bremswirkung des Tonabnehmers ist demzufolge eine von vielen. Marginal als Einzelereignis - relevant in der Gesamtheit eines geschlossenen Systems.

 

Ein Weg, das Thema Bremskräfte und Verluste konstruktiv aufzugreifen, ist, sich mit der Antriebsform zu beschäftigen. Georg Ruppert und sein Team dachten hier intensiv über Schadpotentiale und Gewichtung der Reibungsverluste nach. Einen einfachen Weg, gleich mehrere Probleme zu lösen, sahen die Steirer Herren darin, sich für den Reibradantrieb zu entscheiden. Er umgeht geschickt die Verluste, die durch die Instabilität eines Antriebsriemens entstehen, und umschifften gleichzeitig die kritischen Motorresonanzen eines Direktantriebes, welcher vermutlich bei den anvisierten Plattentellergewichten nicht realisierbar wäre, nutzen aber die elementaren Vorteile des Prinzips Masselaufwerk, denn die wichtigste Voraussetzung bei der Plattenwiedergabe ist ein nahezu resonanzfreier Gleichlauf. Ziel ist es, die enorme Detailtreue eines guten Riemenlaufwerks zu erreichen, und gleichberechtigt einen hochdynamischen Antritt, wie es die besten Direkttriebler vormachen, auf das musikalische Wohnzimmerparkett zu zaubern.

 

Es gilt nun, das zum Ziel erklärte Masselaufwerk mit einem korrekt arbeitenden Reibradantrieb zu kombinieren. Die Motorwahl fiel auf ein sehr kräftiges Modell, das dem Hause Lenco entstammt. Auf der konstruktiven Seite lautete das Ziel, den Antrieb langzeitstabil zu entwerfen. Mittels einer konischen Welle wird die Geschwindigkeit auf das gewünschte Maß eingestellt. Hierzu wird der Hebel, welcher seitlich vorne unter dem Plattenteller hervorragt, verschoben, wobei die jeweiligen Endpunkte die korrekte Geschwindigkeit 33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute darstellen. Das Reibrad befindet sich links leicht nach hinten versetzt unter dem Plattenteller in seiner Aufnahmekonstruktion montiert. Ein Reibrad kann natürlich an den verschiedensten Positionen angebracht sein. Eine gebräuchliche Position ist sicherlich am äußeren Innenrand des Plattentellers, also unsichtbar am größtmöglichen Radius, den der Plattenteller zulässt.

 

Aber auch gänzlich auf der Außenseite ist es möglich. Hier wirken die Antriebskräfte mit dem größten Drehmoment. Allerdings wirken hier nahezu keine dämpfenden Eigenschaften der angetriebenen Masse des Plattentellers. Einen guten Kompromiss stellt die hier gewählte Position unterhalb des Tellers dar, mit einem Radius, der circa einem Drittel des Plattentellerradius entspricht. Die Masse des Plattentellers, die sich innerhalb des Antriebsradius befindet, wird hier mit Schleppkräften bewegt. Während die Masse außerhalb des Antriebsradius Zentrifugalkräfte aufbaut und den Gleichlauf unterstützt. Ein weiteres physikalisches Merkmal ist die geometrische Verteilung der Masse. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob eine Masse in die Höhe konstruiert wird, oder sich zusätzlich zur Höhe in die Breite ausweitet. Ein sich drehendes Objekt mit einem erhöhten Radius hat eine höhere Masseträgheit, respektive Schwungmasse. Dieses Konstruktionsmerkmal findet sich durchaus bei anderen Herstellern. EAT soll hier als Beispiel dienen.

 

Georg Ruppert löst hier mit viel Finesse ein grundlegendes Problem, das sich mit dem Begriff Taumelneigung benennt. Eine hochbauende Masse, die an seiner Basis gelagert und seitlich angetrieben wird, neigt zum sogenannten Taumeln. Dies lässt sich reduzieren, indem man durch eine einfache Vergrößerung des Radius den Schwerpunkt im Objekt nach unten verlagert, und zudem nicht von der Seite antreibt, sondern wie die Lagerung ebenfalls, die Masse von unten in Bewegung setzt. Erinnern Sie sich, das Reibrad „steht“ unter dem Plattenteller und treibt diesen an. Einfache und wohlüberlegte konstruktive Lösungen, die zu einem entsprechenden Ergebnis führen, wie der Hörtest schnell klar macht.

 

Aufmerksame Leser haben den erst kürzlich erschienenen Testbericht des kleinen Bruder PureGroove im Gedächtnis. Eine berechtigte Frage ist natürlich der Umstand, dass der Ultimate im Grunde „nur“ mehr Masse ins Spiel bringt und sonst weitgehend gleich konstruiert ist. Aber bei einem ausgefeilten Analoglaufwerk ist eben Masse ein Merkmal, das viel bewirkt, und so manche Erklärungen zur Technik eben doch nicht alles erklären. Ich selbst stellte mir oft genau diese Frage, wie ich denn nun über dieses alleinige Unterscheidungsmerkmal urteilen soll. Wenn ich es nicht selber jeden Tag hören würde … ich lasse diesen Satz unbeendet so stehen.

 

Unser Testmodell des PureGroove Ultimate aus dem schönen steirischen Ländle ist mit einem Jelco 12 Zoll Tonarm SA750 und einem Denon DL103 ausgestattet, und in einem unverbindlichen dezenten schwarzen Mattlack lackiert. Die gut 25 Zentimeter Bauhöhe des beeindruckenden vierschichtigen Plattenlaufwerks machen optisch eine gute Figur, wenn auch manche Musikliebhaber eine andere Farbe ins persönliche Pflichtenheft schreiben würden. Auf den Vinyldays des Herstellers im Juni 2013 wurde ein weißes Modell ausgestellt, das meine Aversion gegen die Farbe Weiss dezent aushebelte. Ich muss mir eingestehen, dass so ein opulentes Laufwerk in meiner Lieblingsfarbe Schwarz für Hi-Fi-Geräte leider doch sehr massiv wirkt. Aber das mag ja jeder für sich selber beurteilen. Ich würde im Falle eines Kaufs tatsächlich über Weiss oder ein kräftiges Gelb, oder Rot, oder … nachdenken.

 

Nachdem Georg Ruppert den roten PureGroove abgeholt hatte, fand ich endlich Zeit, mich intensiver mit dem großen Referenzlaufwerk zu beschäftigen. Erster Punkt auf meiner To-Do-Liste war, den Plattenspieler ordentlich aufzustellen, und zu klären, ob sich der Ultimate beim Aufstellen genauso unkompliziert verhielt wie der kleine Bruder. Nun, unkompliziert ist relativ. Die Hausaufgaben wollen natürlich penibel erledigt werden, allerdings sind keine speziellen Extratouren zu bewerkstelligen. Ein solides Rack, das auch gerne aus Stahl und Stein bestehen kann, ist Pflicht. Das hohe Gewicht des Plattenspielers will solide und sicher platziert werden. Die massiven Hartgummifüße bringen ausreichend isolierende und dämpfende Fähigkeiten mit, um die Frage nach dem geeigneten Untergrundmaterial unwichtig erschein zu lassen. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass man sich damit nicht beschäftigen kann.

Der Ultimate wurde flugs mit meiner bewährten Phono-Vorstufe von Pro-Ject Audio verkabelt, der passende Verstärkungsfaktor gewählt, und natürlich die erste Schallplatte aufgelegt, der Tonabnehmer in die Einlaufrille gesenkt und gespannt den ersten Takten der Musik zugehört. Schon in der Einlaufrille zeigt sich ein drastisches Fehlen der üblichen Geräuschkulisse. Seltsam ruhig und entspannt wird die Nadel durch die Drehung der Schallplatte durch die Einlaufrillen zu den ersten Tönen geführt. Der Moment, in dem der erste Ton erklingt, der Pegel steigt, die Gitarre gerissen wird, oder ein Taktstock vom Dirigenten zum Auftakt gegen das Pult geschlagen wird...

 

Musikalisch bewege ich mich gerne in den Genres Soundtrack, Jazz, aber auch gute Popmusik ist in meiner Gunst hoch angesiedelt. Feines Singer-Songwriter-Material holt mich schnell aus meinem Berufsalltag und lässt mich zur Ruhe kommen. Was mit einer CD und einem guten Wiedergabegerät sehr gut funktioniert, findet seine Krönung in der Wiedergabe einer gut gepflegten Schallplatte. Dieses totgesagte und wieder erstarkte Medium ist prädestiniert für die Entspannung und Entschleunigung der schnelllebigen Zeit, in der wir uns befinden. Der Umstand, dass es hier keine Fernbedienung gibt, die uns zappen und uns nach den Highlights auf der Tonkonserve bequem suchen lässt, vermittelt eine Ruhe und Entspannung, die uns abholt und uns in eine schöne Welt entführt. Man hört die Platte entspannt zu Ende, steht auf, um die Seite zu wechseln oder ein neues Vinyl aus seinem Cover zu nehmen.

 

Der PureGroove Ultimate zieht sich gekonnt aus einer einfachen und schnellen Vergleichbarkeit heraus. Offengestanden habe ich viel Zeit damit verbracht, die „Sprache“ des Ultimate zu verstehen. Er versteht es, den Zuhörer zu bannen und zu erschrecken, um ihn darauf umgehend wieder zu besänftigen, ja gar einzulullen. Ein Drummer, der durchdreht und sein Werkzeug zu Tode drischt? Die ansatzlose Explosivität, zu der der Ultimate fähig ist, konnte ich zuvor in dieser Form noch nicht erleben. Ich belächelte sogar die Menschen, die von solchen Erlebnissen erzählten, denn einen Eindruck, den man nicht selber erleben durfte, bleibt in seiner Konsequenz verschlossen und unzugänglich. Man hört auf, nach Alternativen zu suchen, wenn es um die Musikwiedergabe zu Hause geht, und findet sich schnell in einem Live Gig wieder. Während andere Plattenspielermodelle den Musikliebhaber nachhaltig in die manchmal durchaus perfekte Welt der „Heimwiedergabe“ entführen, führt der Ultimate auf direktem Wege ins Konzerthaus, ins Kammerspiel, oder eben auf die Rockbühne - zum besagten durchdrehenden Drummer. Trotzdem lehnt sich der Ultimate lässig zurück und lässt den Musikliebhaber ein wenig zappeln und eröffnet nur Stück für Stück den weiten Pure Dynamics Klangkosmos.

 

Dave Brubeck liebe ich über alle Maßen, denn er haut seine epochalen legendären Werke mit einer Selbstverständlichkeit und Urgewalt ins Wohnzimmer, dass man an heutigen modernen Jazz-Werken zweifeln mag. Leider sind viele Aufnahmen von durchschnittlicher Qualität, und vermitteln in erster Linie nur die damalige Aufnahmetechnik und den Noteninhalt des jeweiligen Musikstückes. Der vielfarbige Kosmos eines exzellenten Remasters bleibt hinter fehlenden dynamischen Fähigkeiten verborgen. Aber nicht nur die Dramatik ist die Heimat des Ultimate, auch fragile zarte Klänge, wie die unfassbare Stimme einer Ane Brun, können überzeugen. Ane Brun zeichnet sich durch minimalistische Werke aus, welche ihre zarte und vielfarbige Stimme mit spärlicher Instrumentierung einrahmen. Ane steht realistisch positioniert, fast zum Angreifen, auf der Wohnzimmerbühne, während die akustischen Instrumente einen klar nachvollziehbaren Rahmen um die Künstlerin bilden.

 

Ein wirklich fieses Album, um die Fähigkeiten eines Plattenspielers zu prüfen, ist das Album „Touch“ der Schweitzer Formation Yello. Die mittlerweile etwas angegrauten Herren Dieter Mayer und Boris Blank verstehen es wie keine anderen, der elektronischen Musik Qualität, Finesse und Substanz einzuhauchen. Der Titel „Takla Makan“ verblüfft mit einem dezenten und fein differenzierten Tiefbass, welcher dem Schneidprozess der Schallplatte viel abverlangt. Der Plattenspieler ist angehalten, den Auslenkungen der Rille zu folgen, und diesen brachialen Tiefbass ins heimische Wohnzimmer zu stellen.

 

Sehr viele Plattenspieler versagen hier teilweise oder sogar zur Gänze. Denn der Tiefbass, der sich um oder knapp unter 30 Hz bewegt, ist ein leises sonores Pumpen, das sich durch das Stück zieht, und die meisten Plattenspieler dazu verleitet, das restliche musikalische Geschehen zu zerfransen, und die Schwerelosigkeit des Klangbildes im Gesamtwerk zu beeinträchtigen. Der PureGroove Ultimate stellt den Yello-Kosmos stabil in den Raum, ohne den Bass aufzuweichen und den Zusammenhalt des restlichen Klangbildes aufzulösen. Ein Vergleich mit der sehr gelungenen CD-Version zeigt hier nur mehr minimale Unterschiede, die eher in der Produktionsthematik CD-Produktion versus Schallplattenproduktion zugrunde liegen. Ein zwischenzeitlicher Rückbau auf meinen Plattenspieler von Pro-Ject, ein Einsteigermodell, zur eigenen Erdung und Einschätzung des Potentials des Ultimate, zeigte hier dramatisch auf, wieviel bei der Wiedergabe dieser Yello-Produktion noch heraus zu holen ist. Über meinen Pro-Ject wiedergegeben, verwischten die unfassbar klaren Konturen der Klangtextur, während der dezente Tief-Bass beinahe zu einem etwas besseren Oberbass verkam und jegliche Kontur vermissen ließ.

 

Aber auch der kleinere PureGroove aus dem Portfolio Georg Rupperts kam hier spürbar ins Hintertreffen, wenn auch die Unterschiede subtilerer Natur sind. Die tonale Ähnlichkeit kann man unter perfektem Familienklang verbuchen, und sich auf die kleinen aber feinen Unterschiede konzentrieren. Der Ultimate macht im Gegensatz zum gewiss famosen kleinen Bruder PureGroove das, was diese raren Superlaufwerke so speziell macht. Souveränität, Gelassenheit und Selbstverständlichkeit. Während die „Kleineren“ einen überschaubaren Spielraum für Überlegungen und Phantasie offenhalten, vermittelt der Ultimate ein simples „so muss es klingen“. Ein kleiner Schritt, der in seiner Konsequenz den letzten Kick ausmachen kann, aber auch entsprechend bezahlt werden will.

 

Eine Steigerungsform? Ja, neben der Möglichkeit, sich den Ultimate mit einer eigenen Wahl an Tonarmen und Tonabnehmer zu bestücken, bietet CEO Georg Ruppert auch feine Phono-Vorverstärker, wie zum Beispiel den Phono MM/MC Five Referenz, an, welcher mit einem festangelöteten SME-Tonarm-Kabel konfektioniert ist, und darüberhinaus mit streng selektierten Transistoren und Bauteilen ausgestattet ist. Eine Anpassung an die Wunsch-Tonabnehmer-Ausstattung kann hier problemlos realisiert werden. Die zum Test zur Verfügung gestellte Phono-Vorstufe hat sich vollkommen in die Kette integriert, und noch die letzten Klangfilamente und Strukturen herausgearbeitet, während meine gewiss nicht schlechte Pro-Ject Phonostufe hier im direkten Vergleich beinahe wie ein Fremdkörper wirkte.

 

Etwas Negatives gefunden? Ja und nein. Aus klanglicher Sicht kann man natürlich trefflich über den Geschmack und die persönliche Klangausrichtung diskutieren, der Pure Dynamics PureGroove Ultimate wird möglicherweise nicht jedem gefallen, und vielleicht auch die eine oder andere Anlagenkonfiguration dynamisch überfordern. Der Ultimate verlangt nach penibler Pflege der Schallplatten, und zeigt Ihnen mit seiner unfassbaren Detailflut auf, wenn etwas bei der Pressung der Schallplatte nicht in Ordnung war, oder der Tonmeister bei der Aufnahme gepennt hat. Er reagiert wie sein kleiner Bruder allergisch auf nicht ganz gelungene Pressungen, und quittiert ungewaschene Schallplatten entsprechend. Also geben Sie Ihrem Referenzlaufwerk keine ungewaschenen Platten, er wird Ihnen jeden noch so kleinen Schmutzfleck oder Trennmittel aus der Produktion detailliert aufzählen.

 

Unser Testmodell PureGroove Ultimate wurde für die Testphase mit einem Jelco SA 750 12 Zoll Tonarm, einem Jelco Tonarmkabel, sowie einem Denon DL-103 Tonabnehmer ausgestattet. Und steht mit 5.337,- Euro inklusive Mehrwertsteuer, aber ohne Transportkosten, in der Preisliste. Die optionalen Phono-Vorstufen lassen sich natürlich ebenfalls ordern, und reichen preislich vom Einstiegsmodell Phono MM/MC zu 790,- Euro bis zum High-End-Modell Phono MM/MC Referenz Five zu noch immer erschwinglichen 1.390,- Euro. Empfehlung der Redaktion – selbstverständlich uneingeschränkt!

 

Abschließend noch die Details über mögliche Konfigurationen: Unser Testmuster war mit folgender Ausstattung versehen: Tonarm Jelco SA 750 12“ und Tonabnehmer Denon DL-103. Der Preis dafür beträgt € 5.337,- mit angepasster Phono-Vorstufe schlägt unser Testkandidat mit € 6.727,- zu Buche. Ein etwaiger Versand muss vorab geklärt werden, Abholung direkt in Graz wird aber bevorzugt.

 

Auf den Punkt gebracht

 

Ein State-of-the-art-Laufwerk, das sich auch international behaupten kann, im Verbund mit hauseigener Vorstufe schwer zu schlagen.

 

10,0

(REFERENZ)

The Good

 

Gute und sinnvolle Ausstattung

Verarbeitung auf hohem Niveau

in vielen Farben individuell gefertigt auf Bestellung erhältlich und mit unterschiedlichen Armen und Tonabnehmer bestückbar

klanglich ein Multitalent

der sich in allen Genres wohlfühlt

hochdynamische Spielart und brachial im Bass

distanziert sich deutlich zu seinem kleinen Bruder PureGroove

The Bad

 

Fordert den Hörer mit einer gewissen Eingewöhnungszeit

ist definitiv keine leichte Kost

nur im Direktvertrieb erhältlich

daher kein Händlersupport vor Ort möglich

 

er verlangt nach penibel gewaschenen Schallplatten

 

PureGroove Ultimate, 12'' Jelco tonearm und Denon DL103 mit neuen CNC-Reibrad 5999,-

Plattenspieler können begeistern und vermitteln Atmosphäre - für den einen oder anderen von uns hat der Plattenspieler seinen Rang als wichtigstes Wiedergabegerät nie verloren.

 

Mehr als ein Jahrzehnt waren wir auf der Suche nach dem optimalen Antrieb. Mit dem klassischen Riemenantrieb waren Details immer da, aber die Dynamik war im Vergleich zur CD eingeschränkt, als ob die CD einen Platz in der ersten Reihe im Konzert ermöglicht, der Plattenspieler aber nur einen in der 10. Reihe. Aha-Erlebnisse waren gute Direkttriebler und besonders die Reibrad-Plattenspieler. Diese Technik wird auch beim Plattenschneiden angewendet.

 

Positive Eigenschaften eines Reibradantriebs:

riesige, drehmomentstarke Motoren

Reibrad ohne Schlupf

kein Dehnen eines Riemens

kein permantes Nachregeln wie beim Direkttriebler

Geschwindigkeitsregelung über konische Welle und Verschiebung des Reibrads

unverwüstlich

einfache Technik

Eine CNC-gefräste Aluplatte mit spielfreier Steuermechanik nimmt Lager und Motor auf und dient als Antriebsmodul. Die Bauweise ist Ergebnis vieler Optimierungsprozesse, um die Lebendigkeit und Präzision der Wiedergabe zu maximieren, ohne die warme Grundtendenz der Vinylplatte zu verlieren.

 

Das Modell "Ultimate" ist konsequent zu Ende gedacht. Der Teller misst 160x350mm, wiegt etwa 12kg und besteht aus einem dämpfenden Materialmix ohne Eigenklang. Der Motor schafft es locker, den schweren Teller in einer Umdrehung auf Soll-Drehzahl zu bringen. Der extrem starke Motor und der gleichzeitig sehr schwere Teller präsentieren die Musik mit einem Fundament, einer Bassdurchzeichnung und -energie, die ihresgleichen sucht. Dennoch groovt und swingt der Plattenspieler und die Musik perlt wie bei den besten Leichtgewichten. Eben ein endgültiger Plattenspieler, unser PureGroove Ultimate.

 

Der kleine Bruder des Ultimate wird beim 2. Vinyltag in Graz präsentiert!

Klang

Einfach fantastisch. Attacke und Rhythmus sind einmalig. Dynamisch mit Schub von unten wie kein zweiter, das kann ein Standard-Reibradler selbst, aber jetzt zusätzlich mit der Genauigkeit und der Räumlichkeit der besten Riementriebler. Typische Vinylgeräusche treten in den Hintergrund. Liedtexte werden verständlicher. Selbst Aufnahmen, die bisher unter ferner liefen rangierten, ziehen in ihren Bann. Man legt Platte um Platte auf und genießt einfach die Musik.

So feinauflösend wie die besten Riementriebler, dynamisch setzt unser Laufwerk Massstäbe. Mehr Drehmoment sorgt für mehr Hörspaß.

Gerne demonstrieren wir Ihnen unseren Pure Dynamics PureGroove Ultimate!

Wie komme ich zu meinem Pure Dynamics PureGroove?

Wir haben immer einige Plattenspieler fertig aufgebaut, die wir sofort liefern können. Wählen Sie das Modell und Ihre Wunschfarbe, Tonarm und Abtaster und kontaktieren Sie uns.