Ayon Audio Raptor S

 

Neuwertig anmutende Raptor S Standlautsprecher vom österreichischen Hersteller Ayon Audio. Wegen des guten Wirkungsgrades und der pfeilschnellen Reproduktion des Musikgeschehens wie geschaffen für Röhrengeräte.

10.000,00 €

3.980,00 €

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Technische Daten

Lautsprecher Ayon Raptor-S

System - IPRCS 3-weg

Inverted parabolic resonance

correction system

Gehäuse Resonance optimized

Chassis Bestückung 1" Revelator

6” Midrange

2 x 9" Woofer

Impedanz 4 Ohm

Empfindlichkeit (1W / 1m) 93,5 dB

Empfohlene Verstärkerleistung 5 - 200 Watt

Frequenzgang 30 Hz - 45 kHz / -3 dB

Single-Wire Anschluß WBT-Goldline

Interne Verkabelung – Ayon Audio Harmonically signal flow distance wiring

Frequenzweichen Design - CMFIC Crosser magnetic field interaction control

Empfohlener Anschluß (+) für

Röhrenverstärker (4, 8,16 Ohm) 4 Ohm

Abmessungen (HxBxT) 122x31x54 cm

Gewicht 56 kg

Verpackungsabmessungen (HxBxT) 140x53x44cm

Versandgewicht 65 kg 


Dieser Artikel beginnt mit einer eher nüch- ternen Betrachtungsweise, denn im Grunde ist das HiFi-Lager doch gespal- ten zwischen den Verfechtern der Halbleitertech- nik und - man gestatte mir den Ausdruck - den „Esoterikern“ der Röhrenfraktion, zu denen sich auch der Autor gefühlsmäßig immer wieder hinge- zogen fühlt. Deshalb an dieser Stelle mein ganz persönliches Outing: Wenn ich nicht Redakteur ei- ner HiFi-Fachzeitschrift wäre - also wirklich nur musikhörender Mensch - dann würde meine per- sönliche Traumanlage röhrenbefeuert in einem ei- genen Raum stehen und mit entsprechend wir- kungsgradstarken Lautsprechern verbunden sein. Warum? Ganz einfach - ich liebe im Grunde die schwer zu beschreibende musikalische Wiederga- be der Röhrengeräte. Nicht nur für mich ist es im- mer wieder die klassische Technik, die immer wie- der fesselt. Sicherlich irgendwo und irgendwie al- tertümlich, das gebe ich unumwunden zu und da- zu stehe ich auch. Denn gerade die alte Technik ist es, die mich immer wieder überzeugt. Wo kommt solch eine Grundhaltung her? Ich zähle mit zarten über fünfzig Lenzen zu der Generation, die mit Röhrenradios á la Nordmende, Loewe, Braun, Grundig und wie sie alle hießen, großgeworden ist und entsprechend diesen Klang von klein auf ins Ohr bekommen hat. Und einige Jahre später über einen VOX AC30 Röhrenverstärker selbst Musik gespielt - wenn man so will, reden wir hier quasi über des Autors hifidele Muttermilch... Gleichwohl schätze ich die heutigen schnellen Me- dien. Aber die haben m.E. wiederum nichts mit Musikhören in seiner klassischen Form zu tun. Ich will das Musikhören ganz bewußt zelebrieren, z.B. die Schallplatte vor dem Hören waschen, die ganze Scheibe durchhören (nicht ständig unterbrechen durch schnelles weiterzappen wie beim CD-Player möglich) und mich ganz absichtlich mit derartigen Tätigkeiten vom täglichen Allerlei „runterfahren“, dabei ganz absichtlich eine entsprechende Laut- stärke ohne Fernbedienung einstellen, mich auf

das kommende Ereignis konzentrieren, um damit konkret Abstand vom Alltag zu gewinnen.

Das klingt alles zu emotional? Nein, es ist vielmehr normaler als es scheint. Nehmen wir z.B. das neu- deutsche Wort „Cocooning“: Es stammt vom eng- lischen „cocoon“ („Kokon“) und bedeutet, etwas frei übersetzt, nichts anderes als „sich zurückzie- hen und es sich in den eigenen vier Wänden ge- mütlich machen“, sprich, den Tag oder die Woche


hinter sich zu lassen, etwas Leckeres zu essen, einen guten Tropfen dabei zu trinken (haben Sie eigentlich schon einmal einen Mineralwasserver- gleich durchgeführt - ganz im Ernst?), die Lieb- lingsmusik aufzulegen, sich anschließend zurück- zulehnen und einmal „alle Fünfe gerade sein zu lassen“. Wenn dann noch gedämpftes Licht für besseres Wahrnehmen des berühmten Röhren- glühens sorgt - tja, spätestens dann erhält doch der Begriff „Röhrenfan“ seine Definition. Denn die Tatsache zuzusehen, wie sich etwas tut - sehen, wie die Röhre glüht -, ist für sich ein Ereignis, das wohl kaum einen HiFi-Fan ruhig sitzen läßt.

Ein Hersteller und Entwickler derartigen Gerät- schaften ist Gerhard Hirt, der seit nun über 20 Jahren weltweit mit Röhrentechnik und den ent- sprechenden Lautsprechern, daneben seit einiger Zeit auch digitalen Wiedergabegeräten, sehr er- folgreich unterwegs ist. Der Erfolg gibt ihm recht - es muß also etwas dran sein am Röhrenklang... Für den Autor ist es ebenso schwer wie möglicher- weise für viele Gleichgesinnte ebenso, sein persön- liches Gerät zu finden. Genau betrachtet noch schwerer, denn ich muß, nein, ich will und darf auch noch darüber schreiben. Deshalb entstanden im Laufe der Jahre auch zwei unterschiedliche An- lagen in meinem Hörraum. Die eine ist die solide arbeitende, auf Halbleitertechnik basierende und „geradeaus“ klingende Arbeitsanlage, die alles ge- rätetechnisch Eingeschleifte klaglos hinnimmt. Sie ist unabdingbar geworden, um die Eigenheiten des jeweils neuen technischen Spielpartners herauszu- finden. Die andere - das ist „meine Anlage“! Hier stehen die Emotionen im Vordergrund. Passend zu dieser hifidelen Leidenschaft treffe ich deshalb unweigerlich immer wieder auf Lautsprecher von AyonAudio. Womit ganz nebenbei und nicht min- der elegant der passende Übergang zum beschrei- benden Objekt gefunden worden ist.

Philosophie des Herstellers

„Ayon-Lautsprecher wurden entwickelt zur Wie- dergabe eines offenen, dynamisch-realistischen Klangbilds mit kräftigem Baß, höchster Detail- treue und tonaler Neutralität. Durch Verbindung von effizientem Wirkungsgrad, linearem Impe- danzverhalten und minimaler Phasendrehung sind sie gleichermaßen geeignet für den Betrieb an Ein-

takt-Trioden-, Röhren- oder Transistor-Verstär- kern“, so der Hersteller über seine Produkte selbst. Das sagt alles aus. Man findet sich hierin wieder oder eben nicht.

Individualisten

Die eigenständigen Gehäuse und die perfekte Ver- arbeitung machen die Ayon-Lautsprecher für mich immer wieder aufs Neue zu interessanten Schall- wandlern. Die Tatsache, daß ich nicht von ihnen lassen kann und deshalb nun schon (fast) das ge- samte Programm beschrieben habe, zeugt auch von dieser meiner Liebschaft. Alle Ayons haben ihren eigenständigen Eindruck bei mir hinterlas- sen. Alle sind auf ihre eigene Art und Weise emo- tional aufspielend und haben wiederholt die Frage aufgeworfen: „Besitzen sie einen Familienklang?“ Interessanterweise nicht. Genau das ist der Grund dafür, daß mich die jeweils im Ausdruck einfach unglaublich unterschiedlichen Produkte dieses Herstellers immer wieder neugierig gemacht ha-ben. Ja, ich denke, da hat jeder Lautsprecher auf seine ganz eigene Art etwas, was in mir wiederholt Neugier weckt. Während der eine Ayon-Typ zu wenig Baß in meinem Raum darstellte, brachte der nächste ein wenig zuviel, so daß die seinerzeit noch vorhandenen Raummoden unterschiedliche Anregung erfuhren. Was ich schätze, ist ein im Tiefbaß richtig potenter und dabei auch gleichzei- tig sehr schneller Lautsprecher, der darüber hinaus über einen außerordentlich hohen Wirkungsgrad verfügt. Mit der im Heft 01 beschriebenen Ayon GyrFalcon war ich gefühlsmäßig schon ganz nah dran. Immer wieder kommen zartbesaitete Röh- renverstärker in die Redaktion, die auch bei mir mal spielen sollen/dürfen. Damit habe ich die Last an der Lust. Den extremen Wirkungsgrad eines Horns brauche ich (obwohl es gerade bei Musik von Pink Floyd so richtig Spaß macht) trotzdem nicht dauerhaft, also geht die Suche weiter. Mer- ken Sie etwas? Herzlichen Glückwunsch, gell! Klar ist aber auf jeden Fall: Ich schätze einen top ver- arbeiteten und grundehrlichen Lautsprecher mit eigenständigem Charakter, der möglichst ohne „Eigenleben“ lange Jahre Spaß macht.

Zum Objekt

Der AyonAudio Raptor-S ist wahrlich ein Raub- saurier (so die Übersetzung des zoologische Be- griffs) unter den Hochwirkungsgradlautsprechern. Solide 93,5 dB (bei 2,83 V/1m) stehen für einen leicht anzutreibenden Lautsprecher, der beim Her- steller in der sogenannten „High Effency Serie“ zu finden ist. Die Bekanntschaft mit einem Vertreter aus dieser Serie - dem AyonAudio-Hornsystem „Blackbird“ - durfte ich bereits in der Ausgabe 03 der HIFI-STARS machen. Ein in der Tat impo- santes und nachhaltiges Erlebnis, womit die Be- schäftigung mit einem weiteren Vertreter aus die- ser Hochwirkungsgrad-Serie für den Autor letzt- lich nur folgerichtig ist.

In feinstes Ahorngewand gekleidet, steht mit soli- den 56 kg und den Maßen von 122 cm x 31cm x 54 cm (H x B x T) ein großer Lautsprecher im Hörraum, der mit seiner empfohlenen Verstärker- leistung von 8 - 200 Watt alles mitmacht. Eine Alli- anz von ehrlichen, klassischen Pappmembranen im ordentlichen Umfang von je zwei 22cm-Tief- ton-Chassis lassen einen potenten Baß erwarten. Der Gewebehochtöner stammt aus der ScanSpeak

(D3004/660000)-Revelator-Serie und besticht al- lein schon in seinen Meßwerten mit Daten, die besser kaum sein könnten. So ergibt die Frequenz- gangmessung auf unendlicher Schallwand axial unter 30° ein nahezu perfekt linear verlaufendes und dabei extrem weites Frequenzspektrum: 500 - 33.000 Hz sind ein Wort, oder? Ein weiteres kon- struktives Highlight dieses Hochtöners ist die in- nere Bedämpfung mit Filz. Das üblicherweise ver- wendete Ferrofluid hat auf Dauer die unangeneh- me Eigenschaft auszutrocknen, womit sich schlei- chend die akustischen Eigenschaften verändern, sprich: verschlechtern - diese Gefahr besteht hier nicht. Die Membrane sitzt in einer massiven Alu- miniumfrontplatte und wird hiermit effektiv beru- higt. Das belegen die Daten der Impedanzmes- sung, welche einen absolut störfreien Verlauf zei- gen. Die Messung der Sprungantwort (axial) ergibt ein sehr sauberes und dabei bestens kontrolliertes Ein- und Ausschwingverhalten. Die enorme Emp- findlichkeit von 94 dB (bei 2,83 V, 1m, 4 kHz) ist ein weiteres Kennzeichen dieses ungewöhnlichen Hochtöners, der - wenn wir schon dabei sind - durchaus seine Zeit zum Einspielen benötigt. Nach rund 100 Stunden Dauerrepeat war ein er- stes kohärentes Abstrahlverhalten zu vernehmen. Daß die anderen Chassis davon gleichzeitig parti- zipieren, erweist sich als entsprechend angenehme Begleiterscheinung. Speziell die Baßchassis habe ich mir vorgenommen. Dazu gleich mehr; zuvor der Vollständigkeit halber noch etwas über den verwendeten Mitteltöner. Dieser ist mit ca. 12 cm Durchmesser von völlig ausreichendem Format. Er stammt aus Frankreich und fällt mit seiner lak- kierten Pappsicke auf. „So einen schnellen und leicht anzutreibenden Mitteltöner habe ich lange gesucht“, äußerte sich Gerhard Hirt in einem Ge- spräch mit dem Autor.

Das Signal durchläuft die (wie bei AyonAudio üblich) exklusive Innenverkabelung. Unterschied- liche Kabeltypen kommen beim Raptor-S zum Einsatz. Zum Hochtöner führt ein reiner Kupfer- leiter, die anderen Chassis erhalten ihre Signal- ströme über Kupfer-Silber-Legierungen. Eine Mehrfachverseilung ist bei Ayon ohnehin Usus. Die Rückleiter sind im doppelten Querschnitt aus- geführt und die jeweiligen Längen auf die vorhan- denen Widerstandswerte abgestimmt. Alles mün- det in WBT-Goldline-Kontakte und wird in de rüberwiegend mit den exklusiven Mundorf-Kon- densatoren bestückten Frequenzweiche durch die entsprechend impedanzkorrigierte Konstruktion röhrentauglich. Mit einer zentralen Masseführung wird in der Frequenzweiche ebenfalls konsequent der Weg des richtigen Stromrückflusses verwirk- licht. Obwohl eine Vielzahl von Röhrengeräten mit 8 Ohm oder sogar 16 Ohm bestens harmonie- ren, ist der Raptor-S aus chassistechnischen Grün- den auf 4 Ohm optimiert. Die Papiertieftöner werden nach Ayon-Vorgaben bei SEAS in Nor- wegen produziert und sind nicht nur für den Au- tor eindeutig Produkte aus der Kategorie der klas- sischen „Rennpappe“. Unkompliziert, ehrlich und schnell - was will man mehr? Der Chassishersteller SEAS (Scandinavian Electro Acoustic Systems) konstruiert und fertigt bereits seit 1950 Treiber und ist einer der führenden Lautsprecherchassis- anbieter Europas, der auch nach Anforderungen seiner Kunden baut. Weltweit sind die Laut- sprecher der Norweger ein Inbegriff für höchst- wertige Verarbeitung.

AyonAudio hat bei der Auswahl der Chassis für die Raptor-S nicht allein auf die Preiswürdigkeit geachtet - nein, hier stand die Homogenität aller zusammenspielenden Chassis im Vordergrund. Je- des Chassis der Raptor-S besitzt zudem eine eige- ne Kammer, dessen Volumen entsprechend abge- stimmt wurde. Das Gehäuse ist resonanzoptimiert - die Form zählt bereits zum Markenzeichen von Ayon. Daß dies alles zusammen schließlich in ei- nem Preis von knapp unter 10.000 Euro mündet, wird aufgrund des geschilderten Aufwands nach- vollziehbar. Den handwerklichen Aufwand beim Gehäusebau durfte der Autor persönlich schon vor Jahren anläßlich einer Werksbesichtigung mit- erleben. Hier ist aufgrund der besonderen Form des Gehäuses nur die exklusive Manufakturferti- gung möglich, die eben mehr kostet als Massen- produktion.

Musik!

Eingespielt wurde der Ayon Raptor-S mit einer Rosa-Rauschen-CD. 100 Stunden im Repeat am Halbleiterverstärker sorgten für grundsätzliches Einspielen. Der Rest wurde mit verschiedenen Yello-LPs durchgeführt. Speziell die LP „The Race“ besitzt wirklich böse und kurz aufeinander- folgende Baßsequenzen. Da kommen die Sicken der Chassis gehörig in Bewegung und man sollte es mit der Lautstärke nicht übertreiben. Es macht sich schon bei solider Zimmerlautstärke ein nettes Grinsen in des Zuhörers Gesicht breit.

Nach diesem tonalen Gewaltmarsch durch die un- terschiedlichsten Frequenzen erfolgte das erste in- tensive Hineinhören. Selbstverständlich kommt jetzt die Röhrensektion, bestehend aus RANK Doppel-Mono-Trioden und einer WBE-Röhren- vorstufe als treibende Kraft zum Zug. Zurück zum musikalischen Stoff. Während der sehr langen Hörsitzungen (der Ayon Raptor-S stand mehrere Monate hier) fiel auf, daß die Vorliebe des Autors zum Vinyl gerade beim Betrieb mit dem Ayon- Lautsprecher immer wieder bestärkt wurde. Spezi- ell in Verbindung mit einem Röhren-Phono-Pro-totyp (der ausschließlich MM kann) verbrachten der Autor und ebenfalls HiFi-Interessierte aus dem Bekanntenkreis viele Stunden vor genau die- ser Stereoanlage.

Geradezu gänsehäutig überträgt dieser Laut- sprecher das Lionel Hampton Quartett (Speakers Corner, MG C-673, 180gr-LP). Die Köperhaftig- keit des Vibraphons ist schlicht sensationell auf dieser Aufnahme. Und der Groove, den die Band erzeugt - das steckt schlichtweg an.

Various Artists, „Jazz At The Philharmonic In Eu- rope“ (4 LP, 180 g), ist der nächste klangliche Prüfstein. Die Aufnahmen wurden live am 21. November 1960 während der „Jazz At The Phil- harmonic In Europe Tour“ im Konserthuset zu Stockholm eingespielt. Insgesamt 720 Gramm feinsten Jazz bekommt man mit der bei Speakers Corner Records erschienen Vierfach-LP in der schwarzen Box. Live ist live! Diese scheinbare Platitüde trifft hier direkt ins Schwarze des sauber gepreßten Vinyls. Ein kraftvoll spielender, dabei ungemein lyrischer Posaunist J.J. Johnson, ein jun- ger und deshalb voller Energie sprühender Stan Getz am Saxophon, die phantasievollen Trompe- ter Roy Eldridge und Dizzy Gillespie, neben den bereits damals schon als Legenden geltenden Can- nonball Adderley und Benny Carter, spielen mit berauschender Leichtigkeit Titel wie „Bernies Tune“, „All The Things You Are“ oder das unver- wüstliche „Sweet Georgia Brown“. Perfekte musi- kalische Stimmung - das versteht die Ayon Raptor- S spielerisch im hiesigen Hörzimmer in Szene zu setzen. Diese Box ist schlicht derjenige Ayon- Lautsprecher, der bisher in Verbindung mit einer Röhre die emotionalste Vorstellung in meinem Raum abgegeben hat.

Die Friedemann CD „Saitensprung“ (in-akustik 76811) paßt mit ihren Tonfolgen derart perfekt in die tonale Wiedergabefähigkeit dieses Laut- sprechers, daß selbige als unbedingte Hörempfeh- lung gilt. Derart exquisite Tonaufnahmen be- kommt man heutzutage nur noch selten in die Hand. Anspieltip ist der Track Nr. 3 „Till“.

Eine echt coole Country-Gitarre mit prägnanter Männerstimme findet man auf der Stockfisch-Re- cords-Produktion von Ewen Carruthers „one red shoe“ (SFR 357.4048.2). Bei derartig feinen instru- mentalen Beiwerken wie Banjo, Konzertharfe, Mandoline u.v.a. mehr spielt ein Lautsprecher aus

der Familie derer „von Ayon“ alle Trümpfe aus. Ein As nach dem anderen wird hingelegt.

Stimme - z.B. von Sarah K. aus der noch unter der Ägide von Chesky-Records 1997 eingespielten CD „Hobo“ (Chesky JD155) geben dem letzten Kriti- ker den tonalen Beweis der Wiedergabefähigkeit der Raptor-S.

Wem dies alles zu „zarte“ Klänge sind, der greife zu Marta Gómez’ CD „Cantos De Agua Dulce“, ebenfalls eine Chesky-Produktion (Chesky JD- 281). Hier wird es nämlich gleich deutlich komple- xer im Sound. Da gilt es, die tonale Übersicht zu behalten - eine Vorgabe, welche die Ayon Raptor- S ganz selbstverständlich erfüllt.

Wenn man schließlich noch mehr wissen will ... dann kommt Richard Wagners Walkürenritt mit der Einspielung aus der Telarc-CD 80154 in den CD-Player. Die Lautstärke darf ruhig etwas (!) er- höht werden. Anschließend sollten die Zuhörer stabil sitzen... Das ist eindeutig ganz großes Klangkino.

Auf den Punkt gebracht

Für alle, denen ein Horn grundsätzlich zuviel Eigenfärbung ins Geschehen bringt, ist der Ayon Raptor-S eine echte Alternative, um emotional Musik zu hören. Willig, ja geradezu leichtfüßig, gibt er die Tonsignale an seine Zu- hörer weiter. Wer auf kleine musikalische Be- setzungen sowie Jazz (Gesang ohnehin) steht, der muß diesen Ayon-Typ unbedingt hören. Die klassische Röhrenverstärkung ist nach der unmaßgeblichen Meinung des Autors ein Muß für diesen Lautsprecher. Gilt doch hier, wie für verschiedene andere Leckereien: „Aber mit bitte Sahne!“

ALEXANDER ASCHENBRUNNER

Information

Ayon Raptor-S

Paarpreis: 9995,00 Euro AyonAudio

Hart 18

A-8101 Gratkorn

Tel.: ++43 3124 24 954

Fax: ++43 3124 24 955 E-Mail: ayon@ayonaudio.com Internet: www.living-sound.com

www.ayonaudio.com